Diary, thoughts

It’s in the way we would act

“Bist du noch in ihn verliebt?”, fragt sie mich. Ich tippe ihr ein kurzes “Ich weiß es nicht” zurück. Es folgt ein “Hmmm” und ein “Kann sowas denn passieren?”. Was sie während dem Schreiben macht, weiß ich nicht. Sie kommt frisch aus einer beendeten Beziehung und eigentlich schreiben wir über ihre Gefühle und den möglichen Grund der Trennung – dass wir uns indirekt auch über mich und meine Beziehung unterhalten, hat sie vielleicht gemerkt, doch darauf würde ich nicht wetten. Denn unsere Konversationen finden fast ausschließlich über Chat statt, denn in Echt und am Telefon können wir uns nicht aushalten – denn das endet immer im Streit.

Nach ein bisschen schreiben sagt sie, ob das nicht normal wäre, wenn man nicht mehr verliebt sei, weil aus Verliebtheit Liebe wird.. Ich erwidere ihr, dass für mich beides Hand in Hand gehen. Ich kann nicht jemanden als Partner lieben, wenn ich nicht auch verliebt bin. Wo wäre da der Unterschied zu freundschaftlicher oder Geschwisterliebe?

Im ganzen Gewusel schreibt sie mir schließlich, dass man doch bestimmte Eigenschaften des anderen liebt und dass sich das doch nicht einfach ändern wird. Das bringt mich zum Nachdenken. “So einfach ist das leider nicht”, schreibe ich ihr – und überlege, warum denn eigentlich? Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr weiß ich nicht mehr, welche Eigenschaften an ihm ich denn wirklich liebe und welche ich einfach nur mag.

Dabei gab es doch mal einige Attribute an ihm, in die ich mich vor sieben Jahren verliebt habe. Wo sind die nun geblieben? Wurden sie übertönt von anderen Dingen, die ich anfangs noch hingenommen habe und mich mittlerweile nerven? Ich versuche mich zu erinnern, aber ich komme zu keinem Punkt. Bin ich einfach nur eine schlechte Freundin, ist eines der häufigsten Fragen, die ich mir in letzter Zeit stelle.

Ich schreibe ihr zurück, “Menschen ändern sich und es ist vielleicht besser, es jetzt zu erkennen als erst in ein paar Jahren, wenn man sich nicht mehr aushalten kann” und in Gedanken füge ich hinzu “… und alles komplizierter geworden ist und man sich wünscht, dass es einem früher aufgefallen wäre.”

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