Diary, thoughts

City needs Sleep

Ich dachte, ich wäre fertig damit.

Aus irgendeinem Grund habe ich all die Zeit gedacht, ich wäre endlich Erwachsen geworden. Dass ich selbstverantwortlich und bewusst handeln kann. Dass ich endlich weiß, was Sache ist. Mira, du bist im Leben angekommen.

Mal davon abgesehen, dass ich mein eigenes Geld verdiene (mal mehr, mal weniger), monatlich einen Mietbetrag bezahlen kann und in den letzten vier Jahren einiges dazu gelernt habe, scheine ich doch irgendwie dümmer zu sein als jemals zuvor.

Da sitze ich also nun, mitten in der Nacht und miste mein Zeug aus. Ich bin so ein sentimentaler Messie, ich behalte alles, was mich an etwas erinnert. Manchmal müssen ein paar Sachen weg – so alle paar Jahre also stöbere ich durch meine alten Sachen.

Postkarten von damaligen Freunden, denen man damals im Herzen die ewige Treue geschworen hatte und die man heute kaum traut anzuschreiben, nicht mal einen mickrigen Satz im Messenger schreiben kann, ohne das man sich schuldig oder falsch vorkommt. Menschen, mit denen man Stunden in RL und am Telefon verbracht hatte und die ich heute kaum noch kenne.

War ich blind? “Das Leben geht weiter”, aber was macht man mit denen, die man eigentlich gerne noch dabei hätte, aber nicht mehr hat? Hätte ich etwas machen können oder sollen? Oder passiert das einfach so – die Opfer der Zeit werden von Wellen der Vergangenheit überrollt und verschwinden für immer – und man kann nichts dagegen tun?

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