Diary, random, thoughts

Wie viel Persönlichkeit braucht (m)ein Blog?

Seit ein paar Tagen mache ich mir viele Gedanken darüber, wie sich das, was ich auf meinem Blog schreibe, sich auf mein Offline-Leben auswirkt. Oft grübele ich angestrengt nach, wie viel ich von meinem Leben zeigen soll, um auf MiraDilemma menschlich und echt zu wirken, ohne dabei zu viel von mir preis zugeben. Man bedenke immerhin, dass jeder auf seinem Blog etwas sehr privates angeben muss: Seine Adresse.

Dazu gehört nicht zuletzt auch die Tatsache, dass ich vor wenigen Wochen ein Opfer von einer exhibitionistischen Handlung geworden bin. Obwohl ich den Begriff Opfer nicht passend finde – weil ich physisch nicht zu Schaden gekommen bin – hatte ich nach dem Vorfall Probleme damit zu entscheiden, ob ich es meinen Freunden erzähle oder es einfach vergesse.

Dieser Vorfall hatte mich zum Nachdenken gebracht. War das nur Zufall? Oder war es, weil ich im Netz zu aktiv bin? Zeige ich zu viel Privates von mir? Ist mein Blog zu persönlich?

Eigentlich nicht. Ich zeige mich und wie ich aussehe, was ich trage und was für Sachen ich mag. Genau das tue ich aber auch, wenn ich mit Einkaufstaschen meiner Lieblingsläden nach Hause spaziere. Das ausgerechnet ich an diesem Tag zum “Opfer” gewählt wurde, wäre wohl auch passiert, wenn ich kein Blog gehabt hätte.

Ob ich irgendwann wirklich wegen meinem Blog zum Schaden komme ist nicht ausgeschlossen. Natürlich hoffe ich, dass mir das erspart bleibt. Auch ich bin mir ziemlich sicher, dass ich weiß, wie viel ich hier und auf den anderen sozialen Netzwerken von mir preisgebe. Ich würde sogar behaupten, ich gehöre zu der Fraktion, die einfach nicht besonders viel privates schreibt. Und vielleicht ist es auch ganz gut so.

Ihr Lieben, was sagt ihr zu dem Thema? Wie viel Persönlichkeit braucht ein Blog? Wie steht ihr zu diesem Thema und habt ihr euch auch schon mal solche Gedanken gemacht?

Liebst,
eure Mira.

12 Comments

  1. alex

    13. November 2015 at 16:57

    Die Frage stelle ich mir auch oft, wobei ich wahrscheinlich durch einen Foodblog weniger Angriffsfläche biete als du. Aber trotzdem erzähle ich gerne etwas über meinen Tag, über die Uni, über das Wetter, den letzten Kochabend, etc. Wenn ich mein Problem damit habe, mich über irgendetwas mit einer wildfremden Person zB auf einer Hausparty zu unterhalten, dann kann das ruhig in den Blog – das ist meine Grenze. Es ist eben nicht so persönlich, dass ich das nur ausgewählten Menschen erzählen würde.

    Und um ein “Opfer” zu sein ist keine physische Gewalt meiner Meinung nach nötig – immerhin hat dich der Vorfall in deiner Handlung und deiner Denkweise beeinflusst.

  2. Romy

    13. November 2015 at 17:36

    Ich denke, es sollte soviel Persönlichkeit sein, dass es authentisch wirkt, aber dafür muss es nicht gleichzeitig auch privat werden. Dass ich meine Adresse angeben muss, geht mir schon gehörig gegen den Strich. Ich kann aber zumindest entscheiden, ob ich den Menschen auch zeige, was ich zu Zuhause habe (Stichwort Roomtour: Hier meine Adresse, da zeige ich Euch auch gleich mal wo alles steht und was ich habe; räumt aus die Hütte!). Auch erfahren die Leser nie Namen, außer meinem. Freunde, Bekannte, etc. – wer es nicht möchte wird nicht mit richtigem Namen erwähnt. Und so weiter.. es ist nicht nötig, zu privat zu werden, denke ich.
    Was ich nicht auch meinen Kollegen, Nachbarn oder anderen erzählen würde, erzähle und zeige ich auch nicht auf dem Blog – fertig.
    Liebe Grüße
    Romy
    ***
    Freue mich immer über Besuch auf Leichtlebig

  3. Bee

    13. November 2015 at 22:41

    Hallo Mira,

    ich hatte auch schon mal einen Post zu dem Thema. Ich finde, dass Persönlichkeit sehr wichtig ist. Jeder Blogger kann das Maß an Persönlichkeit selbst ermessen. Ich lese zB einen Blog, den ich als zu persönlich empfinde, die Kinder sind Teil des Bloglebens, Auszüge des Privatlebens mit Bildern sind da Standard. Das ist mir zuviel, ich bin da ehrlich.

    Jedoch möchte ich den Blogger als Mensch in seinen Posts wiederfinden, das kann auch in den Kommentaren sein. Generell sprechen mich sachliche Produktbesprechungen nicht so sehr an. Spaß habe ich an Posts, die eine Meinung reflektieren, die mit Worten ein Bild des Bloggers malen. Wunderbar finde ich, wenn über mehrere Posts hinweg sich das Blogger-Puzzle füllt. Dafür komme ich wieder.

    Ich brauche keine persönlichen Bilder, keine stark polarisierende Themen, keine Dramatik. Es ist die Summe der kleinen persönlichen Noten.

    Liebe Grüße, Bee

  4. Die Rabenfrau

    15. November 2015 at 18:37

    Wie Alex ziehe ich auch eine Grenze. In meinem Blog gibt es nur das zu lesen, was auch mein Chef wissen darf. Oder eben wildfremde Menschen.
    Grüßle
    Ursel

  5. caro | the purple frog

    16. November 2015 at 8:27

    Liebe Mira, zunächst einmal möchte ich meine Bestürzung über das äußern, was dir passiert ist. Natürlich passieren jeden Tag unglaubliche Dinge, da die Welt voller kranker Menschen ist. Aber doch nicht “bei uns”!?!? 🙁
    Ich habe meine Adresse auf dem Blog nicht angegeben und weiß, dass ich damit eventuell rechtliche Probleme kriegen könnte. Aber oft kündige ich in einem Post auch an, dass ich im Urlaub sein werde… Und dann ist eine Adresse in Kombination mit dieser Information doch gefundenes Fressen für Kriminelle. (Meiner Meinung nach) Besonders schlimm finde ich die Blogger, die ihre Kinder in süßen Kleidchen zur Schau stellen, ihr komplettes privates Leben auf Instagram Posten und wo dann NATÜRLICH im Impressum die Adresse steht. Da kann man nur froh sein, wenn den Kindern noch nichts passiert ist.

    Bezüglich des Inhalts auf dem Blog, versuche ich mich immer daran zu orientieren, dass ich nur Sachen schreibe oder Bilder in meine Beiträge einbaue, die ich auch auf dem Seltersweg auf einem Tshirt gedruckt mit mir rumtragen würde. Damit bin ich bisher immer ganz gut “gefahren” und das werde ich auch so beibehalten. Liebe grüße. Caro

  6. Bloggen mit Persönlichkeit › Henning Uhle

    17. November 2015 at 13:26

    […] bin ich darüber gestolpert, weil Mira Dilemma darüber schrieb. Nein, falsch, nicht deshalb. Mir brannte das Thema schon länger unter den Nägeln. Und erst […]

  7. Tenzi

    18. November 2015 at 14:30

    Hallo liebe Mira

    Das du bedenken hast, kann ich gut nachvollziehen.
    Aber wir sollten uns davon nicht verbiegen lassen.
    Denn genau das wollen die Leute doch …
    Ich denke du wirst deinen Weg schon finden ♥
    _______________________

    Ich finde es wichtig auf Fragen zu antworten. Also wenn ich einen Blogger eine Frage stelle, würde ich schon gerne eine Antwort haben. Wenn diese ausbleibt, macht es den Blogger unsympatisch und ich kommentiere dort nicht mehr.

    Liebste Grüße, Tenzi

  8. Melanie

    22. November 2015 at 18:26

    Hallo Mira,
    tut mir wirklich sehr leid was dir da passiert ist.
    Ich blogge auch seit 1 1/2 Jahren und muss sagen das ich mit der Zeit immer mehr Dinge von mir preisgebe, weil ich meine Follower eigentlich schon als gute Bekannte sehe, da ist man einfach geneigt Dinge von sich preiszugeben die jetzt einen Fremden eigentlich nichts angehen.
    Gut das du mal so einen Post gemacht hast ich werde in Zukunft wohl genauer aufpassen was ich von mir preisgebe.

    liebe grüße
    Meli♥ von welcometomybeautywonderland.blogspot.de

  9. ClaoWue

    23. January 2016 at 21:15

    Ich habe seit drei Jahren einen Blog in dem ich vor allem von meinen Urlauben berichte. Ich hatte dabei aber auch Caro’s Bedenken. Ende des Jahres habe ich daher beschlossen den Blog nur noch privat für Freunde fortzuführen und mit Passwort zu sichern. Back to the Roots! Denn vor meinem Blog hatte ich so ne Art privaten “Blog” über e-kit zu dem man nur per übersandtem Link Zugriff hatte.
    Dieses Jahr nutze ich erst mal zur Orientierung, dann seh ich weiter.

  10. Eine verschrobene Liebeserklärung ans Bloggen | Geekgeflüster

    3. February 2017 at 10:11

    […] „Buchblogger vs. Feuilleton“-Debatte im letzten Mai angefangen, aber spätestens seit Miras und schließlich auch meinem eigenen Post über die Privatsphäre beim Bloggen, stelle ich mir […]

  11. Geekgeflüster November '15: Bye, bye Assassin's Creed... | Geekgeflüster

    22. April 2017 at 13:57

    […] Dinge, aber auf einer anderen Ebene, ging es außerdem bei Mira von MiraDilemma, die ein paar Gedanken darüber getippt hat, wie viel „Persönlichkeit“ ein Blog eigentlich brauc…. Weil mich danach dieses Thema einfach nicht mehr losgelassen hat, habe ich dazu daraufhin auch […]

  12. Blogger & das Netz: Wie viel Privatsphäre habe ich eigentlich? | Geekgeflüster

    6. June 2017 at 17:58

    […] kurzem ist mir ein Post von Mira von MiraDilemma, die vielleicht die Blogger unter euch ansonsten noch von Copy Paste Love kennen, […]

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