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Fotografie – Tipps und Tricks für Canon

Hallo ihr Lieben,


mein Name ist Louisa, ich bin 17 Jahre alt und habe heute die Ehre, euch die Funktionen und Einstellungen einer Canon-Kamera nahebringen und erklären zu dürfen. Ich selbst fotografiere seit nunmehr als einem Jahr mit der Canon Eos 1100d und begeistere mich nach wie vor für die Kunst, Bilder festzuhalten und diese zu berarbeiten.

Grundlage dieses Posts. Dieses Bild habe ich eigenhändig entworfen und hoffe, ihr könnt alles gut erkennen und nachvollziehen.

Auslöser und Sucher

Beginnen wir mit den kleinen Grundaspekten. Ihr könnt mich jetzt für absolut dumm verkaufen, dass ich diese zwei Aspekte noch hinzugefügt habe, aber wie ich vor Kurzem überraschenderweise festgestellt habe, gibt es auch einige, die sogar darüber nicht Bescheid wissen. Zuerst zu dem Auslöser,der wohl grundlegendste Aspekt dieses gesamten Posts. Es gibt zwei Stufen des Auslösers. Die erste Stufe (einmal leicht draufklicken) sucht zuerst einmal die Stelle in dem Bild, die scharf gestellt werden soll. Wenn die Kamera diese Stelle gefunden hat, so kann man zur zweiten Stufe des Auslösers übergehen, der dann das Bild knipst und man somit den Moment einfangen kann.
Nun zu dem Sucher. Wenn ihr durch den Sucher schaut, seht ihr zuerst einmal den Raum/das Objekt, welches ihr fotografieren wollt, versteht sich. Wenn ihr dann aber die erste Stufe des Auslösers betätigt, so seht ihr unten im Sucher eine kleine Leiste mit diesem Zahlengewusel. Ich erkläre die Zahlen nun von rechts nach links. Zuerst (bei mir steht dort gerade 9) seht ihr eine Zahl, die euch sagt,Links daneben (bei mir gerade 3200) steht die Isozahl, dazu gleich mehr. Danach ist die Helligkeitsleiste und danaben (bei mir nun 4,0) könnt ihr die Zoomzahl sehen. Ganz links hingegen könnt ihr die entweder die Blendenzahl oder die Belichtungszeit sehen, das kommt auf die Einstellung an, die ihr in diesem Moment verwendet. Das hat den Vorteil, dass ihr auch dann, wenn ihr das Bild machen wollt, die Einstellungen seht und dementsprechend schneller entscheiden könnt, was ihr für das perfekte Bild verändern müsst.

Schärfe

Nun zu der Schärfe. Ihr kennt die Bilder, in denen vorne etwas scharf ist, um genau diese Sache hervorzuheben und hinten unscharf oder andersherum. Oben rechts auf eurer Kamera (s.Grundlagebild oben) seht ihr eine kleine Sternchentaste. Hier könnt ihr einstellen, welcher Teil eures Bildes scharf sein soll. Ich persönlich benutze diese Taste so gut wie nie und das aus dem Grund, da ich in dieser Einstellung immer die Mitte eingestellt habe- das hat in etwa den gleichen Effekt, denn es ist möglich, mit dem mittleren Punkt in dem Sucher eure Sache zu fokussieren, die ihr hervorheben wollt, dann leicht auf den Auslöser (erste Stufe) der Kamera zu drücken und diese Stufe gedrückt zu halten und dann die Kamera so zu bewegen, dass ihr das Objekt in den Teil des Bildes zieht, wo ihr es hinhaben wollt. Wenn man nämlich den Auslöser leicht gedrückt hält und die Kamera dann bewegt, bleibt die Schärfe bestehen, wo sie ist, egal, wohin ihr die Kamera zieht. Ich hoffe, das ist jetzt verständlich, besser kann ich es leider nicht formulieren.

Iso

Iso ist die Abkürzung für International Organisation of Standardization. Man kann sagen, dass die höheren Iso-Zahlen als Ersatz für den Blitz gelten. Ein Beispiel ist z.B. in dunkleren Kirchen, wenn man nicht mit Blitz fotografieren darf. Man stellt die Iso-Zahl höher, je nachdem wie hell es in der Kirche schon ist und wie hoch die Iso-Zahl auch geht (variiert von Kamera zu Kamera), und daraufhin müsste man das Bild gut erkennen können. Das einzige Problem bei den Iso-Zahlen ist, dass die Bildrauschen verursachen und die Bilder daher eher qualitativ schlechter aussehen lassen. Dennoch sind sie meiner Meinung nach besonders hilfreich.

Blende

Kommen wir zu der Blende. Ich muss zugeben, auch wenn mir das jetzt besonders peinlich ist, dass ich mich erst nach etwa 4-5 Monaten wirklich mit der Blende und ihrer Funktion auseinandergesetzt habe. Eigentlich ist (fast) nur ein Satz dafür wichtig – Je kleiner die Blendenzahl, desto kleiner ist auch der Schärfebereich. Anders gesagt: Wenn man eine große Blendenzahl hat, so ist das Bild komplett scharf, mit einer kleinen Blendenzahl gibt es nur einen kleineren Schärfebereich auf dem Bild. Wenn man also z.B. eine Person scharf haben möchte und den Hintergrund eher unscharf, so benötigt man einen mittleren bis kleineren Blendenbereich, je nachdem auch wie viel Platz die Person auf dem Bild einnehmen soll.

Die Blendenzahl könnt ihr übrigens bei der Einstellung “AV” einstellen, was eine Abkürzung für “Aperture Value” ist und übersetzt “Blende” bedeutet.

Belichtungszeit

Die Belichtungszeit wird in Sekunden gemessen, das ist zuerst einmal das Wichtigste. Sie bestimmt, wie viel Licht die Kamera einfangen soll, viel oder wenig. Sie bestimmt also unter Anderem, ob das Bild hell oder dunkel ist (neben der Helligkeitseinstellung). Außerdem bestimmt sie, ob das Bild scharf oder verwackelt sein soll – im unteren Bild, wo ihr diese Lichtstreifen seht (gemacht in London 2012) habe ich dementsprechend eine längere Belichtungszeit verwendet. Bei einer kurzen Belichtungszeit hingegen wird das Bild eher scharf und damit nicht verwackelt. Je länger die Belichtungszeit, desto höher die Verwacklung. Ein weiteres Beispiel ist außerdem ein Sprinter. Will ich den Sprinter in Bewegung zeigen und damit evtl. eine kleine Spur hinter ihm erzeugen, so muss ich eine lange Belichtungszeit verwenden. Will ich nur die Momentaufnahme festhalten, so verwende ich eine kurze Belichtungszeit.

Eine Sache, die ihr zur Belichtungszeit noch wissen müsst: Je größer der Zahlenwert bei der Belichtungszeit, desto kürzer ist die Zeit. Beispielsweise ist bei meiner Kamera der Zahlenwert 30” am längsten (Bild verschwimmt mit dieser Einstellung!) und der Wert 1/4000 am kürzesten.

Die Belichtungszeit könnt ihr bei der Einstellung “TV” einstellen, was “Time Value” bedeutet und übersetzt “Zeitwert” heißt.

Helligkeit

Kurz und knapp – Stellt man das Bild in den Minusbereich ein, also nach links, so wird das Bild dunkler. Stellt man das Bild in dem Plusbereich, also nach rechts, ein, so wird das Bild heller. -3 bedeutet ganz dunkel, +3 bedeutet ganz hell.

Belichtungsarten

Die Belichtungsarten könnt ihr am Wahlrad der Belichtungsarten (s.Bild) einstellen. Ich erkläre jetzt nur die wichtigen, die eher unwichtigen sind wenn überhaupt etwas für die Fortgeschrittenen.
Das grüne Kästchen = Vollautomatik Für welche die sich mit der Fotografie intensiver beschäftigen wollen, ist diese Einstellung ein Tabu. Alles wird automatisch eingestellt, sowohl die Helligkeit als auch alles andere.

P = Programmautomatik. Hier wird vieles automatisch eingestellt, u.a. die Belichtungszeit und die Blende. Lediglich um die Helligkeit und… muss man sich selbst kümmern.

Tv = Blendenautomatik Hier muss man die Iso-Zahl sowie die Belichtungszeit selbst einstellen.

Av = Zeitautomatik Bei der AV-Einstellung muss die Iso-Zahl sowie die Blende selbst einstellen.

M = Manuell Bei Manuell muss alles eigenhändig eingestellt werden, es wird also rein gar nichts mehr automatisch eingestellt und ist somit eher nichts für frisch gebackene Fotografen, sondern meiner Meinung nach eher etwas für die Fortgeschrittenen.

CA
Porträt Wie der Name schon sagt, ist die Porträt-Einstellung für die Personenfotografie angedacht.
Landschaft Erklärt sich von selbst. Diese Einstellung benutze ich recht oft und das aus dem Grund, weil sie die Farben der Bilder etwas vertieft, somit die Farben etwas kräftiger macht und so die Kontraste stärker herausfiltert.
Sport Diese Eistellung ist sehr hilfreich, wenn man entweder Bewegungsfotos machen möchte oder aber wenn man Gif-Animationen (KLICK!) erstellen möchte. Man kann viele Fotos schnell hintereinander machen und so Bewegungen festhalten.

Bildstile

Standard, Porträt, Landschaft, Neutral, Natürlich, Monochrom und Detaileinstellungen (unten links) sind hier die Stichworte – diese Bildstile könnt ihr im Menü ändern. Standard und Landschaft verwende ich am häufigsten, Landschaft lässt die Farben etwas kräftiger erscheinen und vertieft somit bereits die Farben. “Neutral und Natürlich sind Todesurteile für ein Bild”, so sagte der Lehrer des Fotokurses, an dem ich vor Kurzem teilgenommen habe und ich stimme ihm voll und ganz zu. Mir persönlich gefallen diese Einstellungen aus dem Grund nicht, weil sie meiner Meinung nach die Wirkung des Bildes nicht übermitteln und das Bild langweilig erscheinen lassen. Aber das muss jeder für sich entscheiden, anderen gefällt es vielleicht. Monochrom bedeutet schwarz weiß, Sepia und Co. könnt ihr mithilfe der Detaileinstellung einstellen, die ihr ebenfalls im Menü unter “Bildstile” findet. Dort müsstet ihr Schärfe, Kontrast, Farbsättigung und Farbton finden.

Monochrom !

Qualität

In dieser Kategorie verwende ich meist S2 oder Raw + L. Mit den anderen weiß ich zugegeben nicht viel anzufangen, aber mir wurde gesagt, diese beiden seien die besten. Einfach so “Raw” habe ich ebenfalls schon ausprobiert, konnte es aber am Laptop nicht öffnen, da diese Datei aufgrund der guten Qualität nicht zu öffnen war. Bleibt also am besten bei S2 oder Raw+L. Raw hat zwar die beste Qualität, ist aber auch eine ziemlich große Datei und kann somit – wie gesagt – nicht an jedem Computer geöffnet werden.

Fokusarten

Bei den Fokusarten gibt es drei Einstellungen. One Shot, Al Focus sowie Al Servo. One Shot ist für die sogenannten “eingefrorenen” Bilder. Bei “One Shot” (“Ein Schuss”) ist keine Bewegung zu sehen. “Al Servo” ist wieder einmal gut für bewegte Bilder. Für Sportfotos, Kinderfotos oder sonstiges ist die “Al Servo”-Einstellung am besten und lässt die Bilder nicht eingefroren, sondern bewegt wirken.
“Al Focus” hingegen ist meiner Meinung nach und auch nach Meinung meines Vaters vollkommen unwichtig. Es ist sozusagen das Mittelding zwischen “One Shot” und “Al Servo” und wie ich finde echt überflüssig.

Betriebsarten

Bei den Betriebsarten ist zwischen Einzelbild, Reihenaufnahme und Selbstauslöser zu unterscheiden. Dazu ist, denke ich auch nicht besonders viel zu erklären. Reihenaufnahme ist dazu da, um mehrere Fotos hintereinander zu knipsen. Man kann sehr schnell hintereinander den Auslöser betätigen, perfekt also für bewegte Fotos. Selbstauslöser ist denke ich auch nicht schwierig zu erraten, was es damit auf sich hat. Entweder nimmt man den Selbstauslöser für 2 Sekunden (einmal Auslöser betätigen, Kamera wartet 2 Sekunden und knipst dann das Foto) oder für 10 Sekunden (einmal Auslöser betätigen, Kamera wartet 10 Sekunden und knipst dann das Foto). Pro Sekunde blinkt ein rotes Licht an der Kamera auf, sodass man genau weiß, wann das Foto geknipst wird. Der Selbstauslöser ist also perfekt für Selbstporträts, egal ob mit oder ohne Stativ. Zuletzt gibt es noch den Selbstauslöser mit der Reihenaufnahme vereint.

Weißabgleich

Bei dem Weißabgleich unterscheidet der Fotograf zwischen Automatisch, Tageslicht, Schatten, Wolkig, Kunstlicht, Leuchtstoff, Blitz und Manuell. Tageslicht ist besonders gut für sonniges Wetter, sodass ich im Sommer fast durchgehend Tageslicht eingestellt hatte. Blitz, Leuchtstoff und Manuell finden bei mir keine Verwendung. Blitz wird automatisch eingestellt, wenn der Blitz oben an der Kamera benutzt wird und Leuchtstoff – ist meine persönliche Meinung – finde ich nicht besonders schön. Auch jedermann’s eigene Meinung, probieren geht über Studieren oder wie heißt es so schön 😉 Schatten und Wolkig machen das Bild etwas rötlicher bzw. orangefarbener, wohingegen Kunstlicht das Bild eher neutral macht. In hell beleuchteten Räumen ist diese Einstellung recht gut, da es das helle Licht etwas abschwächt.

Tageslicht-Einstellung !

Blitz

Zuerst einmal- mit dem eingebauten Blitz im Dunkeln zu fotografieren ist absolut unvorteilhaft und mit Blitz Personen zu fotografieren macht das Bild ebenfalls nicht hübscher – im Gegenteil. Ich persönlich benutze den Blitz wenn überhaupt bei gutem Wetter, wenn es bereits hell ist. Klingt für einige unlogisch, macht aber echt schöne Bilder.
Ansonsten ist der eingebaute Blitz an der Kamera nicht besonders hilfreich, wie ich finde. Einen Extrablitz zu haben, den man an den Blitzhalter der Kamera machen kann, ist um einiges besser. Zumal man dann indirektes Blitzen anwenden kann. Indirektes Blitzen bedeutet, dass man nicht direkt den Blitz auf das Objekt richtet, sondern sich beispielsweise eine weiße Wand sucht, den Blitz auf diese Wand richtet und das Licht so leicht von der Seite auf das Objekt fällt. Dafür sind auch die Schirme (KLICK!) in den Fotostudios da. Der Fotograf richtet den Blitz auf die Schirme, sodass das Licht von den Seiten auf die Person fällt, nicht etwa direkt ins Gesicht. Wenn man eine solche weiße Wand oder solche Schirme nicht hat, so muss man improvisieren, seid kreativ! Es geht alles, was hell ist, mit einer dunklen Wand z.B. würde das Bild nicht besonders schön werden. Es geht sogar mit der Hand. Ihr richtet den Blitz auf eure Hand und richtet eure Handfläche in Richtung des Objekt. Foto knipsen, fertig!

Wie gesagt, ich bin kein Fotoprofi, absolut nicht, habe aber versucht, euch alles so gut es geht zu erklären. Wenn ihr noch mehr über all das erfahren wollt, beschäftigt euch intensiv damit. Besucht Fotoseminare, googlet alles, schaut euch Fotografieblogs an, fragt bestimmte Leute, macht ggf. vielleicht auch ein Praktikum im Fotostudio oder fragt mich auf meinem eigenen Blog, wenn ihr mehr erfahren wollt. Mir hilft vor allem, wenn ich mich nach draußen stelle und 10 Mal das gleiche Bild schieße, nur mit verschiedenen Einstellung. Ich verspreche euch, wenn ihr euch die Bilder dann genau anschaut, dann werdet ihr die Unterschiede auch erkennen. Und ich verspreche euch auch, dass ihr euch verbessern werdet, wenn ihr es wirklich wollt und euch auch wirklich intensiv damit beschäftigt. 🙂

Viel Spaß und besonders viel Erfolg,
Louisa ♥

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